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KTM 790 - mein Testride mit dem Skalpell
19.03.2018

KTM 790 - mein Testride mit dem Skalpell! Ein kurzer Fahrbericht von Tom Hemmerlein

Vor wenigen Tagen, am 9. bis 11. März, war ich von KTM zum Testride und zeitgleicher nationaler Händlertagung auf Cran Canaria eingeladen. Dem aktuellen Wetter in Deutschland den Rücken zu kehren, das ist mir nicht schwer gefallen. Also ab auf die Autobahn und dann in den Flieger Richtung Süden. Es gibt schlimmere Momenten im Leben eines Motorradhändlers.

Nach in der Summe knapp 8 Stunden Anreise wurden wir bei 28° Celsius vom KTM Team herzlich begrüßt. Am nächsten Tag sollten wir dann erfahren, weshalb alle so gegrinst haben, als und sie Crew in Empfang nahm. Sie durften die 790er auf jeden Fall schon fahren!

Am Samstag, den 10. März, ging's dann zeitig zum Frühstücksbuffett. Zu viel durfte man aber nicht essen - das beeinträchtigt das Leistungsgewicht schließlich nachhaltig und vor den versammelten KTM Händlerkollegen will sich ja niemand die Blöße geben. Also (verhältnismäßig) wenig gefrühstückt und dann ab in die ersten beiden theoretischen Schulungsblöcke. Die ersten zwei der insgesamt vier Gruppen konnten bereits am Vormittag fahren. Wir mussten bei schönstem Wetter im muffigen Schulungsraum sitzen. Theorie muss auch sein. War interessant, auch wenn wir natürlich schon viele Infos aus der Pressemeldung hatten.

Nach dem Mittagessen ging es dann endlich auf die Bikes. Ein ganzer Hof voll 790er Dukes wartet auf uns. Teilweise sogar schon mit Akra, kurzem Heck und weiteren hübschen KTM Power Parts ausgestattet, grinst uns dieses Bike ins Gesicht. Die Duke sagt: Lass uns spielen. Was nicht spielen, bzw. nicht mitspielen will, ist das Wetter: Pünktlich zu unserem eineinhalb-stündigen Fahrevent zieht sich schließlich der Himmel zu.

Bei leichtem Nieselregen und teilweise feuchter Straße satteln wir auf. Hebel prüfen, Hose und Jacke zurechtrücken, passt alles! Man fühlt sich auf der Duke sofort zu Hause. Nur der serienmäßige Maxxis-Reifen in Kombination mit dem Regen wirft mir und auch vielen anderen Fahrern Sorgenfalten auf die Stirn. Das schwarze Gold wurde von Maxxis  speziell für die neue 790er Duke entwickelt und von dem KTM Mitarbeitern vor der Abfahrt gelobt. Die müssen ja auch nicht bei Regen fahren, denke ich mir. Egal. Gang rein, los geht's!

Schon bei der Fahrt aus dem Hof des Hotels fällt dieses Alpen-Heizeisen gierig in die erste Kurve. Ich muss mich zügeln, nicht gleich die ersten beiden „Gegner“ zu überholen. Nach einigen Kilometern auf der Autobahn, bei der ich dann das hoch- und runterschalten, oder besser "blibbern" geübt habe, bin ich mit dem Skalpell komplett verwachsen. Alles kommt mir vertraut vor.

Jetzt wird es kurvig und es geht durch karge Landschaft in die zerklüfteten Berge von Cran Canaria. Im zügigen Landstraßentempo merkt man, dass auch die Händlerkollegen Spaß haben. Der Guide vorneweg und wir mit ordentlich Qualm hinterher. Die Gänge lassen sich bei KTM butterweich schalten, mit dem serienmäßigen Schaltautomaten geht es nochmal eleganter. Nach Aussage eines Kollegen lässt sich die 790er genauso schön und zügig durchschalten wie seine Supersport R6, die er in der IDM-Supersport-Meisterschaft fährt. Passt also. Die teilweise in den ersten Fahrberichten bemängelten Bremsen fand ich persönlich klasse. Die Tester sind vor uns gefahren und die Bikes hatten jetzt teilweise erst 1.500 km drauf. Sollten die Tester mit nagelneuen Belägen und Scheiben gefahren sein, wundert es mich nicht, dass die Bremsen sich noch nicht top angefühlt haben. Jetzt greifen sie auf jeden Fall ordentlich zu und sind schön zu dosieren.

Nun eine kurze Verschnaufpause auf einem Parkplatz am Berg bevor es in den Regen und die Wolken geht. Jetzt zählt's: Die Maxxis-Reifen, bis jetzt haben sie einen guten Eindruck vermittelt. Und im Regen? Überraschend gut, diese Pneus. Der Hersteller, den wir vor allem als Enduro/MX und Roller-Reifen Hersteller kennen, hat ganze Arbeit geleistet. Transparentes Feedback, kaum Aufstellmoment in den Kurven und bei Nässe ein guter Grip. Am Limit des Reifens oder des Motorrads war ich sicher nicht, aber das Gefühl war sehr gut.

Und nun: So schnell wie wir auf dem Bike waren ist es auch schon wieder vorbei. Ein tolles Bike, das in allen Belangen meine Erwartungen erfüllt hat. Für knapp 10.000 € ein voll ausgestattetes Motorrad von KTM., Made in Austria, mit hochwertigen Komponenten und einer Hammer-Ausstattung. Da gibt es nichts zu kritisieren. Die Bikes, die wir als auch die Presse gefahren sind, waren allesamt noch Vorserien-Modelle. Das Serienfinish der 790er soll nochmal etwas feiner sein. Ein Wort noch zum Sound: Der originale Auspuff klingt für einen Seriendämpfer gut, der Akrapovic klingt aber nochmal eine Ecke besser, vor allem unter Last. Was gar nicht geht ist die lange Heck-/Rücklicht-Kombination. Aber das ist schnell gewechselt und eine schöne Variante bereits in der Pipeline.

Nach einem netten Abend mit der KTM Crew und vielen Händlerkollegen wartete am Sonntag dann schon wieder der Flieger ins kalte Deutschland. Schön war's - und viel zu kurz!

Am 7. April werden wir die 790er offiziell bei uns vorstellen und dann auch bald zur Probefahrt und in der Motorravermietung anbieten. Freut euch auf dieses heiße Eisen - KTM 790 Duke, the Scalpel

Alle Infos zum Bike findet ihr hier: www.ktm.com/de/naked/790-duke



Alle Infos zum Bike findet ihr hier: www.ktm.com/de/naked/790-duke
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